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Nur zehn Prozent von 65+ legt Wert auf Barrierefreiheit − entscheidendes Kriterium ist der Balkon

Bar­rie­re­frei­heit ist bei der Woh­nungs­su­che für Senio­ren nur ein sekun­dä­res Kri­te­ri­um. Zu die­sem Ergeb­nis kommt eine neue TAG-Stu­die, die sich mit dem The­ma “alters­freund­li­che Kon­zep­te zum selbst­be­stimm­ten Woh­nen” beschäf­tigt. Nur zehn Pro­zent der über 65-Jäh­ri­gen fin­den eine bar­rie­re­freie Woh­nung wich­tig. Gute Ein­kaufs­mög­lich­kei­ten sowie ein Bal­kon oder eine Ter­ras­se sind dabei ent­schei­dend für die Zufrie­den­heit der Senio­ren. Auf die Bar­rie­re­frei­heit indes legen sie erstaun­li­cher­wei­se kaum Wert. Zu die­sem Ergeb­nis kommt eine bevöl­ke­rungs­re­prä­sen­ta­ti­ve Stu­die der TAG Immo­bi­li­en AG gemein­sam mit der TU Darm­stadt. Dazu wur­den 2.000 Mie­ter in Deutsch­land befragt.

Auch wenn laut Stu­die bei den Senio­ren ande­re Kri­te­ri­en Vor­rang haben, wird Bar­rie­re­frei­heit auf­grund der demo­gra­fi­schen Ent­wick­lung immer wich­ti­ger. Trep­pen­freie Ein­gän­ge, boden­glei­che Duschen und ein ebe­ner Zugang zum Bal­kon sind noch viel zu sel­ten Stan­dard in Deutsch­lands Miet­woh­nun­gen. So sind gera­de ein­mal drei Pro­zent der bestehen­den Woh­nun­gen hier­zu­lan­de alters- und behin­der­ten­ge­recht aus­ge­stat­tet. Auch Ambi­ent Assisted Living – die elek­tro­nisch gestütz­te Wohn­hil­fe für Auto­no­mie im Alter steck in der Ver­brei­tung auch in Neu­bau­ten noch in den Kin­der­schu­hen, obwohl es das The­ma Woh­nen im Alter kom­plett ver­än­dern wird.

Die Mög­lich­kei­ten, geeig­ne­ten Wohn­raum für Senio­ren zu schaf­fen, sind viel­fäl­tig – ange­fan­gen von bau­li­chen Ide­en über Quar­tiers­kon­zep­te bis hin zum betreu­ten Woh­nen, Mehr­ge­nera­tio­nen-Woh­nen und Alters-WGs.

Leben in der Silver Society

60-Jäh­ri­ge haben heu­te noch einen guten Teil des Lebens vor sich und pla­nen und leben daher bewusst. Sie sind anspruchs­voll und kri­tisch und kön­nen sich nun Din­ge leis­ten, für die frü­her das Geld und auch die Zeit fehl­te. Kon­sum­aus­ga­ben für Rei­sen wer­den ger­ne getä­tigt, eben­so sind nach­hal­ti­ge Invest­ments für die Alters­ab­si­che­rung gefragt. Woh­nen in den eige­nen vier Wän­den ist nach wie vor für vie­le erstre­bens­wert. Auch Eigen­tums­woh­nun­gen zur Kapi­tal­ab­si­che­rung und -anla­ge rücken zuneh­mend in den Fokus.

Im Jahr 2020 wer­den Män­ner eine durch­schnitt­li­che Lebens­er­war­tung von 84 Jah­ren, Frau­en von 87 Jah­ren haben. Die Genera­ti­on der Best Ager möch­te ger­ne alt wer­den, aber bit­te nicht alt sein. Den jun­gen Alten ist es daher wich­tig, dass sie auch im fort­ge­schrit­te­nen Alter noch ohne Ein­schrän­kun­gen ihre Eigen­stän­dig­keit so lan­ge wie mög­lich erhal­ten kön­nen.

Das wirkt sich auch auf die Anfor­de­run­gen an den Wohn­raum aus, zum Bei­spiel auf das Bade­zim­mer. Gestützt von digi­ta­ler Tech­nik und digi­tal gestütz­ten Dienst­leis­tun­gen wer­den Wohn­räu­me so zum selbst­be­stimm­ten Lebens­mit­tel­punkt, und zwar bis ins hohe Alter, in denen Ser­vices situa­ti­ons­be­dingt im Smart Home in Anspruch genom­men wer­den kön­nen.

Quel­len: Sze­na­ri­en für die Stadt­wirt­schaft von mor­gen. Zukunfts­in­sti­tut, Frank­furt

Wei­ter­füh­ren­de Infor­ma­tio­nen zu die­sem The­ma:
Mit dem Alter erlangt auch das eige­ne Zuhau­se immer grö­ße­re Bedeu­tung.
Alters­stu­die 2017, Deut­sche Senio­ren­wer­bung, Neuss
Wie sieht die per­fek­te Wohn­um­ge­bung für Best Ager aus – ein Inter­view.
Per­fek­te Woh­nung für Best Ager, Media­pla­net – Fit im Alter